SenchaCon 2016 – Las Vegas, Baby!

Vom 07.–09. November 2016 fand die SenchaCon 2016 unter dem Titel «Winning with the Modern Web« im Convention Center des Aria Resort & Casino in Las Vegas statt.
Es erwarteten uns über 50 Talks verteilt auf drei Tracks mit den Schwerpunkten: Design, Develop und Test.

Thematisch ist alles der Entwicklung von Webapplikationen mit JavaScript untergeordnet. Denn Sencha Inc. bietet das JavaScript-Framework Ext JS für die Entwicklung von Enterprise Webapplikationen und das zugehörige Ökosystem mit Werkzeugen für Entwicklung, Design und Testing an.

Aufgrund der geringfügigen Entfernung zwischen Frankfurt und Las Vegas brachen wir bereits am Abend des 6. November mit dem Flugzeug auf und landeten keine 3 Stunden später in Las Vegas (ein Hoch auf die Zeitverschiebung). Die Einreise klappte problemlos und nach dem Hotel-Check-In fanden wir uns in einem der 4004 Hotelzimmer wieder. Unseres lag im 35. Stock.

Tag 1 – Training Day

Am ersten Tag der Konferenz fanden hauptsächlich kostenpflichtige Workshops für Neueinsteiger statt. Da wir keinen Workshop gebucht hatten, ging für uns das Programm erst am Nachmittag los. Somit konnten wir den Vormittag für ein Frühstück auf dem Strip und eine kleine Auszeit am Pool nutzen.
Den Einstieg in das Konferenzprogramm erfolgte mit dem Tech Talk: »Ext JS and Angular 2 – Use the Best of Both to Build Your Apps« von Mac Gusmano. Hier wurde die Integration von Ext JS-Komponenten in eine Angular-Applikation gezeigt. Im Anschluss dieser vierstündigen Session fand der Willkommensempfang statt, d.h. Fingerfood, kalte Getränke, Kicker, Tischtennis, Cornhole und die perfekte Gelegenheit, Kontakte zu knüfen. Ganz nett war hier die Idee des Veranstalters, einen farbigen Kreis auf dem Konferenz-Badge zu drucken. Dieser war je nach Herkunftsregion des Teilnehmers in einer anderen Farbe gehalten. Wir Europäer hatten einen grünen Punkt.

Tag 2 – Conference Day

Der zweite Konferenztag begann mit einem Jetlag-bedingt frühen Frühstück.
Danach begann pünktlich die Keynote, zu der sich die ca. 500 Teilnehmer versammelten. In der Keynote hob der Sencha CEO Art Lando die Relevanz von Webapplikationen, untermauert mit einer eigens ausgeführten Umfrage »The State of the Modern Web«. Des Weiteren wurden die neuen Sencha-Werkzeuge vorgestellt: Sencha Architect 4.1, Sencha Themer 1.1, Sencha Test 2.0, Sencha Cmd 6.5 (Support für ES2015) und ein Ext-React-Paket.

Was mit Ext JS mittlerweile möglich ist, zeigte der Gastbeitrag von Bennot Gagnon (Ubisoft). Ubisoft hat verschiedene Tools für die Verwaltung von Medien und 3D-Assets auf Basis von Ext JS entwickelt und diese direkt in 3D- und Designprogramme integriert.

Nach diesem verheißungsvollen Start, ging es nach dem Mittagessen weiter mit dem Talk »Ext JS and ES2015/6/7 – Modernizing the Ext JS Class System« von Don Griffin, Director of Engineering bei Sencha. Er gab einen Ausblick darauf, wie sich das Klassen System in Ext JS mit den neuen technischen Möglichkeiten des ES2015 Standards ändern wird.

Im Anschluss zeigte Andrew Hemans, UX Designer bei Sencha, in seinem Talk »Theming Made Easy for your Ext JS Apps«, wie einfach neue Themes mit dem Sencha Themer erstellt werden können. Der Themer ist ein Interface zur Definition etlicher SASS- Variablen (Farben, Abstände, Schriftgrößen usw.) in einem Ext JS Theme. Die integrierte Live-Vorschau erlaubt es dem Designer/Entwickler, die Auswirkung seiner Änderung sofort zu sehen.

Im dritten Block gab Ross Gerbasi, Senior Engineer bei Sencha, einen Einblick in die »Modern Toolchain«. Die umfasst eine neues Build Tool namens Sencha Build für das Bauen von Ext JS-Applikationen. Damit wechselt Sencha von Java zu JavaScript, denn das bisherige Build Tool Sencha Cmd ist in Java geschrieben. Sencha Cmd wird dennoch vorerst weiterentwickelt (siehe Sencha CMD 6.5 mit ES 2015 Unterstützung).
Intern basiert Sencha Build auf dem Module Bundler Webpack. Dieser wird dazu eingesetzt das neu vorgestellte Klassensystem basierend auf den ECMAScript-Modulen zu bauen. Ein weiterer Pfeiler von Sencha Build wird das von Sencha entwickelte Open-Source-Werkzeug mondorepo, welches zur teamübergreifenden Verwaltung von Code-Paketen verwendet werden soll.
Die ersten gezeigten Beispiele sahen vielversprechend aus und der Tenor der Zuhörer war eindeutig: "Sofort-ausprobieren-will!".
Jedoch wird das neue Klassensystem und Sencha Build erst frühestens Mitte 2017 veröffentlicht.

Nach einem langen Nachmittag mit interessanten Vorträgen wurde der Tag mit der SenchaCon Party abgeschlossen. Die fand im Poolbereich des Hotels statt.
Es gab eine große Auswahl an Fingerfood, alkoholischen Getränken und die Ergebnisse der US-Wahl. Die Nacht wurde lang und das Ergebnis der Wahl war das Thema #1.

Tag 3 – Conference Day

Der letzte Konferenztag begann nach einem deftigem Frühstück mit Mitchell Simoens Vortrag »Ext JS Architecture Best Practices«. Simoens, Senior Software Engineer bei Sencha, stellte die Unterschiede und Vor-/Nachteile zwischen den beiden Architektur-Pattern MVC und MVVM klar. Zudem empfahl er die Verwendung eines Routers innerhalb der Ext-JS-Applikation.

Kurz vor der Mittagspause gab James Schreuder, Principal Software Engineer bei Schreuder Engineering Pty Ltd, mit seinem Thema »How to Give Your Sencha App Real-time Web Performance« eine Einführung in WebSockets. Zudem verglich er WebSockets noch mit den Methoden Polling und Long Polling und zeigte die Unterschiede mit anschaulichen Beispielen. Abschließend teilte er noch seine Erkenntnisse aus dem Einsatz von WebSockets zur Überwachung von Wasserpumpen über das Mobilfunknetz.

Nach der Mittagspause zeigt Mark Licoln, Senior Solutions Engineer, in seinem Talk »Upgrading an Ext JS 4.x Application to Ext JS 6.x« seine Best Practices beim Upgrade älterer Ext JS-Applikationen hin zur aktuellen Version Ext JS 6.2 und dem MVVM-Pattern. Interessant war zu sehen, wie Sencha selbst eine solche Aufgabe angeht. Allerdings zeigte sich, dass sich unser Vorgehen und das von Sencha doch sehr ähneln. Der Erkenntnissgewinn, den wir aus dem Talk ziehen konnten war daher auch eher gering.

Nickolay Platonov hielt mit »Handling Undo-Redo in Enterprise Ext JS Applications« den letzten Talk. Er inspirierte uns, mit seinem technisch und inhaltlich sehr gutem Talk, wie wir an ähnliche eigene Problemstellungen herangehen können.

Etwas schade war, dass die Konferenz abrupt nach dem letzten Talk endete, denn es gab keine abschließende Keynote zum Ausklang der Konferenz.

Fazit

»SenchaCon was great and the people there even better. Looking forward to next time!« Rob Boerman

Rob bringt es auf den Punkt: Es war ein Treffen mit Freunden, kombiniert mit interessanten Talks in einer verrückten Stadt.

dkd-SenchaCon-Team: Dean Ranft und Nils Dehl