T3CON15 in Amsterdam

Bahnhof Amsterdam Centraal

Wir waren dabei: auf der internationalen TYPO3-Konferenz 2015 in Amsterdam, die dieses Jahr kalendarisch und thematisch auf zwei Tage aufgeteilt war - einen Business Day und einen Future Day. Der Business Day richtete sich dabei hauptsächlich an Entscheider in den Bereichen Projektmanagement, Marketing und IT. Der Future Day war eher technisch ausgerichtet.

Tag 1: Business Day

Eröffnet wurde die T3CON15 mit der Keynote von Alain Veuve, der uns einen Rückblick auf die technischen Errungenschaften des letzten Jahrhunderts bot, um direkt danach auch einen Blick in die Zukunft zu werfen – mit einem Fokus auf Internet. 
TYPO3 sollte dabei das »Internet als Backbone für alles« unterstützen. Weiterhin sollen Agenturen die Innovationen durch »Enable«, »Engage« und »Coach« an den Kunden führen und ihr bestehendes Wissen teilen.

Weitere Talks an diesem Tag hatten starken Bezug zum Marketing insbesondere im Social-Media-Bereich. Babak Zand stellte uns in seinem Talk »Content strategy is about experience, not products« sein Content-Marketing-Framework vor, das er in seinem Blog näher erläutert.

Francois Protopapa erläutere in seinem Talk (»How date is changing omnichannel consumer experience«) seine Verwendung von Big-Data-Methoden, um alle Daten aus den verschiedenen Kanälen in einem Data Warehouse zusammenzuführen. Sein Big-Data-Ansatz hilft, eine vollständige Sicht auf den Kunden zu erhalten. Mit seinem Software-Stack, bestehend aus talend, hadoop, MongoDB, KNIME, R, beschreibt er, wie er Daten transformiert, zusammenführt und auswertet, um etwa den perfekten Zeitpunkt für Sale-Aktionen festzulegen.

Rouven Kasten stellte seine Beobachtungen zur Nutzung von »Social Media in New York« vor, kam allerdings zu keiner klaren Handlungsweisung, ob die Benutzung von Social Media, insbesondere für Ladengeschäfte, sinnvoll ist und akzeptiert wird. Aus dem Publikum wurde dies zumindest für den europäischen Markt als ›herausfordernd‹ bezeichnet, da das Kundenbewusstsein in Bezug auf Datenschutz hier ausgeprägter sei.

Im Anschluss stellte uns Ric van Westhreenen in seinem Talk »How the Social Intranet frees the working place« eine von YOUWE in Anlehnung an ein soziales Netzwerk entwickelte Projektmanagementsoftware vor. Durch einen Timeline-Stream sollen veraltete Informationen ausgeblendet werden, sodass nur aktuelle und relevante Informationen dargestellt werden.

Hussein Badakhchanis Talk »NoDev, NoOps, NoIT: Defining Community Software« richtete sich an Unternehmen, die eigene IT-Departments beschäftigen, aber eigentliche keinen IT-Schwerpunkt haben. Den drei Leitsätzen »NoDev«, »NoOps«, »NoIT« folgend kommt er zu dem Ergebnis, dass ein Outsourcing von IT-Aufgaben für diese Unternehmen deutlich effizienter ist, als der Unterhalt eines eigenen IT-Departments. Dabei sieht er die Auslagerung der IT nicht nur auf die Entwicklung und Wartung von Software beschränkt, sondern auch auf die Verwaltung von Hardware. Zuletzt wies er darauf hin, dass neben den etablierten Softwarelösungen auch Open Source Software lohnende Alternativen sind. In diesem Zusammenhang stellte er den Begriff 
»Community Software« in Abgrenzung zu anderen Open-Source-Projekten vor. Community Software zeichnet sich durch eine aktive Gemeinschaft von Benutzern und Entwicklern aus, die für die stetige Behebung von (sicherheitsrelevanten) Mängeln sorgen, sowie für die stetige Weiterentwicklung der Software.

In seinem Talk »Hot or not - who are TYPO3's competitors« betrachtete Patrick Lobacher potentielle Wettbewerber von TYPO3 und stellte einen Vergleich von Projektarten nach Komplexität auf und wie sich TYPO3 in den jeweiligen Kategorien behauptet. Dabei wurden nicht andere Content Management Systeme als Hauptwettbewerber herausgestellt sondern die knapp 50% der Webseiten, die gar kein CMS verwenden. Ferner wurden die Anforderungen an zukünftige Content Management Systeme genannt und wie TYPO3 es schaffen kann, sich als marktreifes CMS zu platzieren.

TYPO3 Awards

Der erste Tag endete mit dem Closing Speech und der anschließenden Galaveranstaltung, bei der die TYPO3 Awards verliehen wurden. Wir freuen uns an dieser Stelle, dass wir in drei nominierten Kategorien Awards gewonnen haben :-).

Tag 2: Future Day

Am zweiten Tag lag der Fokus auf dem TYPO3 CMS und war sehr technisch ausgelegt. In der Keynote wurde rückblickend über die Stolpersteine und Erfolge bei der Entwicklung der bald erscheinenden TYPO3 Version 7 LTS gesprochen. Eingegangen wurde auf die Anforderungen der Agenturen und Kunden, so dass künftige LTS-Versionen mit überlappenden Supportzeiträumen entwickelt werden und somit beim Upgrade auch eine Version übersprungen werden kann. Außerdem sollen die Upgrade-Pfade kürzer gestaltet werden, so dass etwa beim Upgrade von 6 LTS auf 7 LTS im Idealfall nur noch 5% der Zeit benötigt wird, wie sie zum Beispiel beim Upgrade von 4.5 auf 6.2 noch erfoderlich war.

Anschließend stellte Pixelant die Eigenentwicklung TYPO3-KIT vor. TYPO3-KIT soll den Einstieg für (Frontend-)entwickler ohne TYPO3-Erfahrungen erleichtern. Durch ein voreingestelltes Template sollen außerdem Projekte mit geringerem Budget einfach realisierbar sein, da nur minimale Anpassungen nötig sind. Integriert wurden ein Backend-Dashboard, Frontend-Editing, sowie einfache Tests mittels Selenium. Das Projekt soll im Dezember als stabile Version veröffentlicht werden, kann allerdings jetzt schon auf Github bezogen werden. Zusätzlich wurde das TYPO3 Manual erwähnt, welches einen Crash-Kurs in der Benutzung von TYPO3 geben soll.

Susanne Moog und Frank Supper von neusta software development bezogen sich in ihrem Talk »TYPO3 on Microsoft Azure - Scalability and Flexibility for TYPO3« auf den Einsatz von TYPO3 auf Microsofts Azure-Infrastruktur. Hier wurden drei Ansätze vorgestellt, die zeigen wie sich mit Hilfe von Microsoft Azure das TYPO3 CMS skalierbar in der Cloud betreiben lässt. Dabei wurde von der klassischen virtuellen Maschine abgeraten – statt dessen sollten enger verzahnte Systeme eingesetzt werden, die im Zweifelsfall auch horizontal skalieren (etwa durch ein MariaDB Galera Cluster oder die Verwendung von Cloud Storages mithilfe des File Abstraction Layers von TYPO3). Ein von dkd bereitgestelltes Paket für TYPO3 6.2 kann etwa über die Windows App Gallery in Azure geladen werden.

ForgetIT, Johannes Goslar

Im Anschluss präsentierte unser Entwickler Johannes Goslar unter dem Thema »Semantic Annotations within TYPO3 CMS« die Fortschritte des EU-Forschungsprojekts ForgetIT, an dem die dkd seit rund drei Jahren mitarbeitet. Hauptaugenmerk lag auf einer Semantic-Annotation-Erweiterung, die es Redakteuren ermöglicht, Content Elemente semantisch zu annotieren, so dass die strukturierten Daten etwa von Suchmaschinen verarbeitet werden können.

Nach einer kurzen Kaffeepause brachen wir schließlich wieder auf nach Hause.

Fazit

Die T3CON15 war im Vergleich zum vergangenen Jahr kompakter. Dies hatte zur Folge, dass die Beiträge gefühlt mehr Gehalt hatten. Besonders spannend fand ich den neuen TYPO3 7 Release, den wir uns natürlich genauer anschauen werden. Auch der Veranstaltungsort ließ die Vorfreude steigen und hat definitiv nicht enttäuscht. Wer die Gelegenheit hat, sollte sich Amsterdam und die Beurs van Berlage in Ruhe anschauen.