AWSome Day 2017

Beim AWSome Day im Kölner Dorint Hotel zum Auftakt der AWS Cloud Roadshow am 28. März 2017 waren wir, Ivaylo und Jan, mit von der Partie. Die AWS Cloud Roadshow war aufgebaut wie ein Fortbildungs-Event. Der Tag wurde in drei Sessions aufgeteilt, wobei die ersten beiden Sessions parallel stattfanden und die dritte Session von allen besucht werden konnte. Im Mittelpunkt standen dabei der Mittelstand und Enterprise Workloads auf AWS, AWS für Startups, sowie dem Fortbildungsteil mit Grundlagen, Infrastruktur, Sicherheit, Datenbanken und Elastizitäts & Management Tools von AWS.

AWS für Startups

Kurz gefasst ging es um die Vorteile von AWS und dessen Benefits für Startups. Oder wie Marius Müller-Minden (Head of AWS Startup Account Manager aus Deutschland) es formulierte: »Why Startups Love Cloud«.
AWS betreut aktuell rund 21.000 Startups weltweit. Marius Müller-Minden stellte dazu verschiedene Tools vor, die das tägliche Arbeiten für Startups erleichtern. Unter Anderem AWS Promotional Credits, Marketplace und Amazon Payments.

AWS für den Mittelstand

Das Thema in dieser Session war «Mittelstand und Enterprise Workloads auf AWS». Zielgruppe waren SAP- & SAP-HANA-, sowie Microsoft-Exchange- und Sharepoint-Nutzer.

Microsoft on AWS

Der Vortrag fing spannend an: mit einem Ausflug in die Vergangenheit wie und woraus AWS gegründet wurde. Kurz vor Weihnachten 2009, brachen die Server von Amazon aufgrund der hohen Last zusammen. Schnell wurden neue Ressourcen für den Online-Shop zur Verfügung gestellt und das Geschäft lief wieder. Weihnachten war vorbei und die Zugriffe hatten sich »beruhigt«. Amazon verfügte von nun aber über sehr perfomante Maschinen, die sich wahrscheinlich bis zum nächsten Weihnachten langweilen würden. 
Der neue CTO erkannte diese Lücke und begann mit der Umsetzung der heute bekannten AWS Struktur. D.h. wenn Ressourcen benötigt werden, können diese bereitgestellt werden. Wenn der Bedarf sinkt, können die Ressourcen »befreit« werden. Ein spannendes Thema, da das viel Geld sparen kann. Ein Test-Sever muss nämlich nicht unbedingt am Wochenende laufen. Laut der Studie The Business Value of AWS Accelerates Over Time von IDC liegt eine Ersparnis von ca. 60% beim Einsatz von AWS vor.

Präsentiert wurden zusätzlich die ›availability zones‹ und die AWS Regionen und das Konzept dahinter. Jede Region verfügt über mindestens zwei Verfügbarkeitszonen. Die Zonen sind so positioniert, dass lokale Disaster nicht beide Zonen zerstören können.

AWS Global Infrastruktur

Die Zonen sind aber auch nicht weit weg voneinander platziert, damit die Latenz niedrig bleibt. Das garantiert eine Hochverfügbarkeit der Dienste. Netzwerkarchitekturen werden in AWS grundsätzlich auf eine Hochverfügbarkeit konzipiert. 
Das Thema Datenschutz wurde ganz kurz angesprochen. Daten in deutschen Regionen werden nicht nach Außen gespiegelt. D.h. die Daten bleiben in Deutschland. Zusätzlich ist der Einsatz der AWS-Dienste vom BSI geprüft.

Vorgestellt wurden Beispiele von Unternehmen, welche bereits auf AWS umgestiegen sind. So wurde beispielsweise AWS bei Kärcher von einem Studenten während seiner Masterarbeit eingeführt. Thema seiner Arbeit war »Einsatz von AWS in klassischen Unternehmen«. Als erstes wurde die Speisekarte der Mensa in die Cloud ausgelagert und anschließend sogar die Meldeberichte von Reinigungsmaschinen zu Wartungsarbeiten.
Der Flughafen in Nürnberg hat nach der Eruption vom Vulkan Eyjafjallajökull in 2010 eine hohe Last auf der Webseite notiert. Viele Nutzer haben sich über Verspätungen der Flüge informiert. Das war der Auslöser für der Einsatz von AWS in dem Unternehmen.

Der Talk wurde, wie immer, mit einer Buchempfehlung abgeschlossen: »The Phoenix Project«
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Der Fortbildungsteil

Die Fortbildungs-Session wurde von einem Geschäftsführer der Firma tecRACER, Gregor Püttmann, durchgeführt und war als Schulung aufgebaut, jedoch ohne aktive Mitarbeit der Teilnehmer.
Während jener Session wurde von Gregor Püttmann eine Server-Infrastruktur aufgebaut mit einem Loadbalancer und zwei Servern. Darauf wurde eine PHP-Anwendung deployt und präsentiert. Die PHP-Anwendung simulierte eine hohe Last auf dem Server und wir konnten Live den Loadbalancer im Einsatz sehen.
Eine klassische Zielgruppe dieses Beispiels sind Firmen, die Teile oder sogar ihre komplette Struktur in AWS auslagern wollen. Es war beeindruckend zu sehen, wie zügig eine dafür notwendige Server-Struktur mit AWS aufgesetzt werden kann.
Es wurden unterschiedliche Konzepte mit AWS vorgestellt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass AWS umfassende Hardware und unzählige Tools zur Umsetzung von solchen Server-Infrastrukturen anbietet.
Um die Grundstruktur wie Firewall, ACL´s, Administration, Router und Switch muss der Kunde sich selbst kümmern. Zusätzlich übernimmt AWS auch das gesamte Management der Lizenzen zur eingesetzten Software. Gezahlt werden auch hier Lizenzkosten auf stündlicher Basis.

Für Unternehmen, die sich überlegen AWS teilweise oder ganz anzuwenden, ist die Schulung höchst empfehlenswert. Es wird ein umfassender Überblick über die notwendigen Basics vermittelt.

Fazit

Um einen Eindruck von AWS zu bekommen, war der AWSome Day in Köln genau das Richtige. Jede an der AWS Cloud interessierte Person oder Firma sollte an der Roadshow teilnehmen, um sich selbst einen Überblick aus erster Hand verschaffen zu können. Spannend für Interessenten wird auch das nächste Event am 18. Mai 2017 in Berlin AWS Summit Berlin sein.


Für uns als TYPO3-Entwickler ohne direkte Server-Verwaltungsaufgaben war dies alles sehr aufschlussreich, für die tagtägliche Arbeit jedoch nur bedingt von Nutzen.