JavaScript Days 2018 - Berlin

Logo der JavaScript Days 2018 Berlin

Vom 10.–11. Oktober durfte ich, Tabea, Frontendlerin bei der dkd, bei den JavaScript Days 2018 in Berlin dabei sein. Die Tagungslocation war gut gewählt (große Konferenzräume), gut gelegen (direkt am Alexanderplatz) und auch der Kaffee war gut. Was braucht man mehr!?

––– 10. Oktober

Mit der Session »CSS - Real World & Best Practices« von Yara Mayer (evia, Stuttgart) habe ich meine zwei Tage begonnen. Für mich ein seichter, aber trotzdem angenehmer Einstieg in die Konferenz.

Erklärt wurden hier unter Anderem die display property, das Margin-Collapsing-Verhalten, Pseudo-Elemente, die Spezifität der Selektoren und das Stylen von Check- bzw. Radiobuttons. Auch wenn für mich das Meiste bekannt war, konnte ich hier für mich etwas mitnehmen.

Nach der Mittagspause ging es dann für mich weiter mit »HTTPS, digitale Signaturen, Hashes & Co. – wie funktioniert Verschlüsselung?«. Hier hat Golo Roden diverse Arten der Verschlüsselung vorgestellt. Angefangen bei den Römern, die noch tätowierte Sklaven hin- und herschickten, über Vignère bis zum aktuellen Verfahren AES mit RSA. Ich fands spannend.
Die Beispiele waren gut gewählt und mathematisch ging es nicht über die Grundkenntnisse hinaus – yeah. Zudem wurde auch kritisch betrachtet, wie Verschlüsselungsverfahren beauftragt und ausgewählt werden (z. B. durch US-amerikanische Behörden …) und durch wen die »vertrauenswürdigen« Zertifikate ausgestellt werden. (Wer dazu etwas zum schmunzeln haben möchte, folge dem Link am Ende zum ›ehrlichen Achmed‹).

Mit abendlichem Bierchen gings dann ab in die Nightsession unter dem Motto: »Nur noch Fressen saufen hören« (Nicht meine Worte!).
»WebAssembly: Single Page Applications (SPAs) ohne JavaScript?« mit Christian Weyer, dem Founder & CTO von Thinktexture AG. Darin ging es vor allem um die Zukunft des Webs. So ist Christian Weyer überzeugt, dass in der Zukunft nicht das Was-wir-nutzen, sondern das Wie-wir-es-nutzen (Usability) das Wichtigste sein wird. Mir war der Vortrag ›too much‹. Sehr laut und irgendwie anstrengend. Aber dem Applaus am Ende nach zu urteilen, hat es der Mehrheit gefallen.

––– 11. Oktober

Nach einem schnellen Frühstück habe ich mich in die Session »Modulare Webentwicklung« von Jens Grochtdreis begeben.
Themen waren hier CSS-Methodologien wie BEM aber auch Atomic Design, Kaskade und Spezifität - zumindest vor der ersten Pause. Denn nach der ersten Pause habe ich mich in den Vortrag »Architektur mit JavaScript« von Golo Roden ›gerettet‹. ›Gerettet‹ nicht weil der Vortrag schlecht gewesen wäre, sondern weil mir die Methodologien schon bekannt waren und ich ja gerne etwas Neues mitnehmen wollte. Ohne den ersten Teil gehört zu haben, war der Einstieg hier allerdings etwas schwierig. Schade.
Trotzdem konnte ich auch hier was mitnehmen. Zum Beispiel, dass man theoretisch beim Bankautomaten erstmal Geld bekommt, egal was das Konto dazu sagt … Naja … ganz so einfach ist das jetzt sicherlich nicht. Dahinter steckt schon etwas mehr, das würde jetzt allerdings ausufern.

Nach dem Mittagessen gings dann weiter mit Bootstrap, genauer »Webseiten mit Bootstrap4 und SASS entwickeln« wobei SASS jetzt nicht im Vordergrund stand. Hier hat (nochmal) Jens Grochtdreis Bootstrap4 vorgestellt. Was deutlich wurde ist, dass Bootstrap4 an sehr vielen Stellen konfigurierbar ist:

Du willst mehr als 12 Spalten?
      Kein Problem.
Du willst lieber nur Flexbox nutzen?
      Kein Problem.
Mehr oder weniger Farben?
      Kein Problem.

Theoretisch könnte man sein eigenes Grid-System mit Bootstrap4 schreiben. Hierfür bringt Bootstrap Mixins mit, die verwendet werden könnten. Ist allerdings recht unnötig wenn man mal betrachtet was Bootstrap da schon mitbringt.
Von einem Upgrade von Bootstrap3 auf Bootstrap4 wurde übrigens abgeraten. Eine Wurzelbehandlung sei lustiger.
Bootstrap4 bringt einige Utility-Klassen mit. So wie z. B. für die Breite '.w-15', was einer Breite von 15% entspricht oder für Abstände wie z. B. margin-bottom '.mb-'. Fürs Rapid Prototyping sind diese toll – allerdings sollte man diese dann ins CSS übertragen, wenn man mit dem Prototyping fertig ist. Iconfonts werden mit der neuen Version nicht mehr mitgeliefert. Aber hier hat man ja genug Auswahl und kann sich selbst was rauspicken. Bootstrap4 bringt auch im Bereich Barrierefreiheit schon einiges mit, was man einfach anwenden sollte. Barrierefreiheit gehört zur ›Qualität des Codes‹ und sollte nicht mit dem Kunden diskutiert werden.

Und in diesem Sinne:

Nutzt kein !important
Nutzt Standards
Baut niemals eure eigene Verschlüsselung


Links:

Emmet — the essential toolkit for web-developers
Bootstrap 4 Cheat Sheet
Bootstrap Editor and Builder
Bootsnipp

Lustiges:
Ehrlicher Achmed
Nevercompletedgame

von Tabea Oertel

Tabea Oertel is a Developer at dkd Internet Service GmbH. She's developing websites for about 5 years.