Wie eine gute TYPO3-Website sein soll? Sicher, responsiv, durchsuchbar!

Tortendiagramme mit der Headline ›Den Mittelstand noch einmal unter die CMS-Lupe genommen. Unter den Lupen steht: TYPO3-Version, Responsivität, Suche

Vor einiger Zeit hatten wir 3.500 mittelständische Websites auf deren eingesetzte Content-Management-Systeme (CMS) hin untersucht und darüber in unserem Blogbeitrag »Der Mittelstand setzt auf TYPO3« berichtet.
Jetzt haben wir diese Daten noch einmal unter unsere CMS-Lupe genommen. Diesmal um zu schauen, wie up to date das bei den untersuchten oft eingesetzte CMS TYPO3 jeweils ist; wie es um die Responsivität der Website steht und welche Such-Technologie eingebunden wurde.

Um es an dieser Stelle gleich vorwegzunehmen: da ist noch Luft nach oben. Denn:

  • Nach wie vor setzen erstaunlich viele Websites veraltete und damit potenziell unsichere Versionen von TYPO3 ein.
  • Nach wie vor sind viele der Websites nicht responsiv umgesetzt und werden damit für Nutzer und Suchmaschinen zunehmend uninteressanter.
  • Nach wie vor schöpfen die meisten Seiten nicht das volle Potenzial aus, das moderne Such-Technologien wie zum Beispiel Apache Solr für TYPO3 bieten. Oder Sie verzichten sogar ganz auf eine Suche!?
Aus vielen mach wenige:
Eingrenzung der untersuchten Websites

Um nicht alle Mittelstands-Websites zu untersuchen, die laut unserer Auswertung auf TYPO3 setzen, haben wir eine für uns relevante Teilmenge (n=69) entschieden. Einschlusskriterien waren:

  • Jahresumsatz: ab 50 Millionen €
  • Region: weniger als 150km von Frankfurt entfernt
  • Branche: Industrie
  • Geschäftsmodell: B2B

Warum neu nicht nur neu, sondern oft auch besser und fast immer sicherer ist

Tortendiagramm zeigt die prozentuale Verteilung der TYPO3-Versionen 4.x, 6.x und 7+


Dass es heute und damit gut 9 Jahre nach Veröffentlichung von TYPO3 4.2, noch Websites gibt, die auf dieser veralteten 4er-Version von TYPO3 laufen (13% unserer untersuchten Websites), könne eine TYPO3-Agentur mit Stolz erfüllen, sollte man meinen, schließlich ist das doch der Beleg dafür, wie stabil dieses Content-Management-System in der Praxis läuft. Zumal es im IT-Umfeld ja auch gerne mal heißt: Never change a running system.
Allerdings ist diese gern und oft missbräuchlich zitierte Binsenweisheit, keinesfalls eine Aufforderung etwas nur deshalb nicht zu verbessern weil es ja ›läuft‹. Das sollte man insbesondere dann nicht tun und glauben, wenn man sich in einem latent unsicheren Umfeld bewegt. Und – machen wir uns da mal nichts vor – das Internet ist ein unsicheres Umfeld. Ein technisches System regelmäßig zu aktualisieren ist deshalb immer auch ein Gebot der Betriebssicherheit.
Viele ältere TYPO3-Versionen werden schon seit geraumer Zeit nicht mehr unterstützt und auch die Version 6.2 kann nur noch durch Kauf eines Extended Long Term Supports (ELTS) einige Zeit lang unbedenklich betrieben werden. Ab dann gibt es auch für diese Version keine Unterstützung seitens des TYPO3-Security-Teams mehr.
Der Sicherheitsaspekt ist keineswegs der einzige Grund warum ein Update/Upgrade lohnt:

  • Sicherheitslücken werden rechtzeitig geschlossen
  • Schutz sensibler Daten durch aktuelle Sicherheitstechnologien
  • Besserer Schutz des Contents vor Zugriff durch Dritte
  • Kürzere Ladezeiten durch optimierte Code-Basis
  • Erweitere Möglichkeiten für Entwickler und Redakteure
  • Modernes Backend
  • Zeitgemäße Features
  • u. v. m.



Was tun?
Wer ein sicheres Content-Management-System betreiben möchte, sollte seine Installation durch regelmäßige Updates und Upgrades auf dem aktuellen technischen Stand halten.
Alle, die auf 4er-Versionen von TYPO3 unterwegs sind (immerhin rund 13% der Seiten in unserer Stichprobe), sollten dringend auf eine Version wechseln, die zumindest aktuellen Anforderungen an Sicherheit und Funktionalität genügt. Und auch die Nutzer von TYPO3 6.x (rund jede vierte, der von uns untersuchten Seiten) sollten sich langsam auf den bald notwendigen Versionssprung vorbereiten, um unnötige Risiken und damit verbundene Kosten zu vermeiden. Erst recht, wenn sie keine ELTS-Version (Extended Long Term Support) haben.


Responsive Webdesign:
Damit sich Websites auch auf Smartphones sehen lassen können


Die Zahl der internetfähigen Geräte wird immer größer und damit auch die Zahl der denkbaren Darstellungsszenarien, die eine aktuelle Website abdecken muss. Ob unterwegs, im Bus oder der Bahn oder zuhause auf der Couch oder dem Klo, immer häufiger werden Smartdevices zum Kommunikations- und Informationsmittelpunkt.

Damit die Inhalte einer Website auf allen aktuellen und zukünftigen Endgeräten gleichermaßen gut aussehen, müssen die Inhalte entsprechend anpassungsfähig (responsive) geplant und umgesetzt werden.
Das weiß nicht nur der Nutzer zu schätzen (längere Verweildauer, geringere Absprungraten), das honorieren auch die Suchmaschinen (Stichwort: Abwertung nicht mobil optimierter Websites durch Google).
Umso überraschender für uns, präsentiert sich knapp die Hälfte (49,7%) der von uns untersuchten Websites nicht mobil optimiert und macht es damit Nutzern und Suchmaschinen gleichermaßen schwer sie zu finden bzw. zu mögen.
Dabei ist die Lösung längst bekannt und mit dem passenden Know-how auch einfach realisierbar: Stichwort Responsive Webdesign (RWD). Denn responsive umgesetzte Seiten passen sich ganz automatisch an die jeweilige Anzeigebedingung an. Und das ist nur einer der vielen Vorteile:

  • Besseres Suchmaschinen-Ranking
  • Bessere Bedienbarkeit (Usability)
  • Besseres SEO
  • Wettbewerbsfähigkeit
  • Kosten- und Zeitersparnis
  • Einfache Anpasssungsfähigkeit



Was tun?
Digitale Mobilität ist kein Trend sondern eine Tatsache. In Q1+Q2 2018 war die Mobile Nutzung von Websites bei ca. 66% in Deutschland (Tablet 11%, Mobile 55%). Wer also auch in Zukunft für seine bestehenden und potenziellen Kunden einfach im Netz findbar und erreichbar sein möchte, sollte seine Website entsprechend überarbeiten und mobil optimieren. Am besten schon gestern. Und am besten mit Experten, die beides können: TYPO3 und Responsive Webdesign.


Wer nicht sucht, der findet nicht

Tortendiagramm zeigt die anteilge Verteilung der Such-Technologien, die in den von uns untersuchten CMS verwendet wurden



Neben der Hauptnavigation ist die Suche, die zweite wichtige Funktion mit der Nutzer gezielt zu für sie relevanten und interessanten Inhalten geführt werden können. Die Bedeutung der Suche nimmt dabei in dem Maße zu, in dem auch die Komplexität der Website und die Zahl, der auf ihr angebotenen Produkte zunimmt. Deshalb haben wir auch noch einmal die Websites auf die eingesetzte Such-Technologie untersucht. Und einmal mehr wurden wir überrascht. Überrascht davon, dass knapp 22% ihren Besuchern gar keine Möglichkeit zur gezielten Suche geben. Weniger überrascht hat uns, dass die meisten Websites (45%) Indexed Search zur Indexierung der Websiteinhalte nutzen. Wünschen würden wir uns allerdings, dass mehr als nur 6% der Websites Solr für TYPO3 nutzen. Nicht nur aus Eigeninteresse (Wir entwickeln und betreuen diese Extension seit vielen Jahren), sondern aus tiefer Überzeugung. Apache Solr für TYPO3 ist nicht nur rasend schnell, es liebt riesige Datenmengen und unterstützt die Nutzer bei ihrer Suche mit zahlreichen Komfortfunktionen:

  • Volltextsuche
  • Facettierte Suche
  • Komplexe Filterkriterien realisierbar
  • Durchsuchung verknüpfter Dokumente
  • Rechtschreibprüfung
  • Autovervollständigung
  • REST-Schnittstelle und XML-basierte Konfiguration
  • u.v.m.



Was tun?
Eine gute Website sollten den Nutzern verschiedene Zugangswege zu den Inhalten bieten. Dazu gehört auch eine nutzerfreundliche und leistunsgfähige Suche. Apache Solr für TYPO3 ist so eine Such-Technologie. Apache Solr für TYPO3 ist schnell und leistungsfähig und kann zudem auf Wunsch mit zahlreichen Komfortfunktionen ausgestattet werden. Damit Inhalte nicht nur gesucht, sondern auch gefunden werden.


Fazit

TYPO3 ist ein leistungsstarkes Content-Management-System, das sich auch bei mittelständischen Unternehmen großer Beliebheit erfreut (vgl. unser Blogbeitrag zum Thema). Schade nur, dass viele mittelständische Websites dabei auf vergleichsweise alte Versionen von TYPO3 setzen und dadurch unnötige Sicherheitsrisiken eingehen. Und auch die Zeichen der digitalen Zeit, scheinen nicht alle erkannt zu haben und präsentieren ihre Websites unzeitgemäß ohne Suche und nicht mobil optimiert.

von Matthias Dörzbacher

Creative Director, bedenkt, beschreibt, bebildert und bearbeitet Projekte bei der dkd seit 2011.