TYPO3 oder WordPress? Warum oder!

Grafik zeigt das TYPO3-Logo und das WordPress-Logo auf ineinander verzahnten farbigen Hintergründen

Wann immer es um die Wahl eines geeigneten lizenzkostenfreien Content-Management-Systems (CMS) für eine Unternehmens- oder Kampagnen-Website geht, heißt es oft TYPO3 oder WordPress. Und fast immer werden die beiden CMS dann gegeneinander abgewogen (TYPO3 vs WordPress). Dabei macht es in der Praxis häufig durchaus Sinn, die beiden CMS neben- und auch miteinander zu betreiben.
Und ja, das sagen wir als ausgwiesene TYPO3-Spezialisten! Sie wären vermutlich überrascht zu sehen, wieviele unserer Kunden beide Systeme im Einsatz haben.

Aber bevor wir Praxisbeispiele näher vorstellen, hier noch ein paar Fakten zu TYPO3 und WordPress.


Die Fakten


TYPO3

TYPO3 ist ein Web-Content-Management-System, das von Beginn an als umfangreiches Enterprise-CMS entwickelt wurde, um maßgefertigte Webseiten zu erstellen. Es wird von Unternehmen verschiedenster Branchen gerne und sehr bewusst eingesetzt. TYPO3 wurde speziell für die individuellen Anforderungen von Unternehmen entwickelt und wird stetig weiterentwickelt. Dadurch ist eine hohe Investitionssicherheit gegeben und dank der zahlreichen Funktionen, Module und Erweiterungen kann es an alle Herausforderungen einer Unternehmens-Website angepasst werden und erlaubt zudem komplexe Nutzerhierarchien.
Egal, ob Extranet, Intranet oder Internet, mit TYPO3 ist man im Unternehmensumfeld eigentlich immer auf der sicheren Seite.

Erfahren Sie mehr zu den Vorteilen in unserem Blogbeitrag: »Der Mittelstand setzt auf TYPO3«

Kurz: TYPO3 ist zwar schwerer aufzusetzen als Wordpress, dafür leichter und flexibler individuell anpass- und erweiterbar und dadurch besser geeignet für komplexe Seiten- und Dateistrukturen.

WordPress

WordPress hingegen kommt aus dem Blog-Umfeld und ist perfekt geeignet für Webseiten ohne komplexe Funktionalitätsanforderungen und wird vorzugsweise für kleine bis mittelgroße Projekte eingesetzt. Der Schwerpunkt liegt auf der Ästhetik, den Webstandards, Benutzerfreundlichkeit und der intuitiven Bedienung. WordPress gehört ganz klar zu den am meist verwendeten CMS auf dem Markt, allerdings sollte dabei beachtet werden, dass nicht ohne Grund der Anteil an größeren Unternehmens-Websites verschwindend gering ist.
Dies liegt einfach daran, dass WordPress ab einer gewissen Website-Größe und komplexen Anforderungen seitens der Unternehmen naturgemäß schnell an seine Grenzen stößt (so gibt es zum Beispiel standardmäßig nur einen Texteditor und keinen Pagebuilder wie bei TYPO3). Große Unternehmen setzen WordPress allerdings gerne für ihren Blog oder ihre News-Seite ein.

Kurz: WordPress ist sehr leicht aufzusetzen und man hat schnell ein vorzeigbares Ergebnis. Dafür ist es weniger flexibel für individuelle Anpassungen oder maßgefertigte Erweiterungen.

Gemeinsamkeiten von TYPO3 und WordPress
  • Beide Content-Management-Systeme sind Open-Source-Lösungen (Systeme, für die weder Lizenzkosten anfallen noch Abhängigkeiten von Plattformen und/oder Unternehmen bestehen)
  • Man benötigt zum Betrieb eine Datenbank und einen Webserver, welche die gängigen Webhoster in der Regel zur Verfügung stellen
  • Beide Systeme werden über ein Webinterface bedient
  • Beide CMS-Lösungen müssen regelmäßige Updates erhalten, um auf dem jeweils aktuellen Stand zu sein und das eigene System gegen Hackingangriffe zu schützen
  • Updates/Extensions kommen von der Community
  • Erweiterbar durch Plugins (WordPress) und Extension (TYPO3)

In der Praxis


Für die Zusammenarbeit der beiden Systeme gibt es eine ganze Reihe klassischer Szenarien:

  • Ein kleines Unternehmen stellt sich zunächst eher beitragsorientiert über eine WordPress-Installation dar, steigt dann im Laufe der Zeit auf TYPO3 um, weil es den Unternehmensanforderungen besser gewachsen ist. In diesen Fällen wird der Blog dann häufig in der WordPress-Installation weitergeführt.

  • Ein Unternehmen, dessen Website auf TYPO3 läuft, braucht kurzfristig (für einen Messeauftritt o.Ä.) oder auch nur vorübergehend eine getrennte Microsite. Diese lässt sich mit Blick auf die Kosten und das Timing oft besser und schneller mit WordPress umsetzen

  • Die eigentliche Unternehmenswebsite und die News/Blog-Beiträge eines Unternehemens sollen getrennt voneinander betrieben werden, da die beiden Bereiche unterschiedlich bespielt werden sollen. Die maßgeschneiderten Seiten werden entsprechend in TYPO3 realisiert – während für die Blogs/News, WordPress aufgesetzt wird, zumal dort Social-Sharing-Funktionen und Feeds leichter von der Hand gehen und intuitiver zu bedienen sind. So ist auch eine arbeitstechnische Trennung möglich z.B. WordPress nur für Marketing/Presse.

  • Das Unternehmen will seinen existierenden Webauftritt um einen Blog erweitern, auf dem Mitarbeiter*innen und auch Gastautoren Erfahrungsberichte usw. mit Kollegen oder der Öffentlichkeit teilen können.

  • Manchmal entscheidet auch eine gewünschte Funktionswerweiterung, welches CMS das zu wählende ist. Für einen kleinen Shop zum Beispiel, mag WordPress in Kombination mit einer E-Commerce-Erweiterung (Woocommerce, o.Ä.) besser passen, während ein komplexer Shop besser in TYPO3 aufgehoben ist.

Praxisbeispiel:
Serien Lighting

Unser Kunde serien Raumleuchten GmbH – ein Hersteller technisch und gestalterisch anspruchsvoller Leuchten – beauftragte uns mit einem mehrsprachigen responsiven Website Refresh.

Die Herausforderung bei diesem Projekt lag darin, einen Website-Hybriden aus den Content-Management-Systemen TYPO3 und WordPress, optisch und technisch weiter zu entwickeln und mobil zu optimieren. Die Verbindung der beiden CMS wurde technisch neu konstruiert und die Suchmaschinenfreundlichkeit verbessert. Es fällt Nutzern nicht auf, dass es sich um zwei gemeinschaftlich arbeitende aber unabhängige Systeme handelt.

Screenshot der Startseite von serien lighting

Screenshot der Produktübersichtsseite auf serien.com

Praxisbeispiel:
VGF Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main

Unser langjähriger Kunde VGF Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH wollte zusätzlich zu seiner bestehenden TYPO3-Unternehmenswebsite einen weiteren Kommunikationskanal in Form eines Blogs eröffnen.
Der Corporate-Blog wurde von uns mit WordPress umgesetzt und bietet dem Blog-Team eine vergleichsweise einfach zu bedienende Plattform zur Erstellung und Veröffentlichung von Beiträgen rund um die VGF. Da die Zugriffsrechte für den Blog von der TYPO3-Website entkoppelt sind, kann der Blog zudem leichter für Gastautoren geöffnet werden.

Gegenüberstellung der Startseite der VGF-Website in der linken Bildhälfte und des VGF-Blogs in der rechten Bildhälfte Links im Bild: Auschnitt aus der Corporate Website der VGF (TYPO3-Installation). Rechts im Bild: Ausschnitt aus der Startseite des Corporate Blog (WordPress-Installation)


Was zu wissen, sonst noch lohnt

Wenn man sich für den Parallelbetrieb von TYPO3 und WordPress innerhalb derselben Infrastruktur entscheidet, sollten natürlich die technischen Anforderungen der beiden CMS an die Infrastruktur zu einander passen. Insbesondere sollte bei der Wahl eines WordPress-Templates darauf geachtet werden, dass dieses noch aktiv weiterentwickelt wird, sonst kann es ggf. zu Inkompatibilitäten kommen, die den Paralellbetrieb verhindern (z.B. PHP-Updates, etc.).

Die strukturierten Daten von WordPress können übrigens auch recht unkompliziert ausgelesen und in der TYPO3-Site ausgegeben werden, so dass redaktionell kein doppelter Pflegeaufwand anfällt. Auch das machen wir erfolgreich für einige unserer Kunden.


TL;DR – Langer Schreibe kurzer Sinn:
TYPO3 und WordPress werden oft als unverträgliche Content-Management-Systeme beschrieben, zwischen denen man sich entscheiden müsse. Wir sehen das weit weniger dogmatisch. Beide Systeme haben ihre Vorteile und beide Systeme haben ihre Nachteile. Und unserer Erfahrung nach können die beiden Systeme sehr wohl und zudem ganz gut zusammenarbeiten. Unsere Antwort auf die Frage »TYPO3 oder WordPress?« lautet deshalb auch mal gerne »Warum nicht und!«.